Kerz / Cârţa

Eine Kirchenburg war das einstige Kloster, das als die östlichste Gründung der Zisterzienser gilt, nicht im eigentlichen Sinne. Bis heute beeindrucken die Ruinen der nach den Ordensregeln angelegten Anlage, die ab 1202 zunächst im romanischen Stil errichtet, aber erst nach Zerstörungen im 14. Jh. vollendet wurde. Da das Kloster unbefestigt blieb, war es den Angriffen der Osmanen schutzlos ausgeliefert. Mitte des 15. Jh. brannte es aus und wurde nach einer letzten Instandsetzung Ende des 15. Jh. aufgelöst. Die Siedlung, die um das Kloster entstanden war, wurde der Stadt Hermannstadt unterstellt. Ab dem 17. Jh. verfielen Klausurgebäude und Langhaus der Kirche weitgehend. An den Mauern der Kirchenruine lässt sich noch die dreischiffige Basilika mit Querschiff erkennen, von den Klostergebäuden hat sich nur die Ostwand des Konventsgebäudes erhalten. Heute werden der Chor und die Vierung für Gottesdienste genutzt.

Ort

Eine besondere Kerzer Sehenswürdigkeit sind die Ruinen des Zisterzienserklosters aus dem 13. Jh. Die Mönche waren aktiv an der Kolonialisierung des schwach besiedelten Gebietes beteiligt. Doch sie brachten den Menschen, die in der Nähe siedelten, wenig Glück: Das Kloster wurde häufig von Mongolen und Türken angegriffen. Aus dieser Zeit stammen viele Volksgeschichten, von denen eine besagt, dass die Kerzer einst vor einfallenden Türken in den Wald flüchteten. Sie nahmen „Boflisch“, wie in Siebenbürgen der Speck genannt wurde, als Notproviant mit. Ein Verräter berichtete den Türken von dem Versteck. Als die Feinde nahten, bauten die Kerzer eilig einen Wall aus gefällten Bäumen und legten in ihrer Verzweiflung auch das „Boflisch” darauf. Wenig beeindruckt zündeten die Türken den Wall einfach an. Als der Speck zu brennen begann, verbreitete das sengende Fett einen widerlichen Geruch. Die Türken, für die Schweinefleisch unrein ist, verließen angeekelt den Kampfplatz. So wurden die Kerzer durch ihre Lieblingsspeise gerettet. Seither wird jener Ort im Wald „Boflischgraben“ genannt.