Meschen / Moşna

Von der ersten im 14. Jh. erbauten Kirche ist bis heute das vermauerte Westportal erhalten geblieben. Es finden sich zudem Steine, die für den Bau des östlichen Pfeilerpaars der im 15. Jh. errichteten Hallenkirche verwendet wurden. Der Bau der neuen, der Bedeutung des Ortes angemessenen Kirche, wurde begleitet von umfangreichen Maßnahmen zum wehrhaften Ausbau der Anlage: Der Chor erhielt ein Wehrgeschoss,  Nord- und Südeingang wurden durch die mit Guss- und Schießscharten ausgestattete Türme gesichert. Der Bering ist mit einem auf Arkaden verlaufenden Wehrgang versehen, besitzt mehrere Verteidigungstürme und einen Zwinger. Dieser ist vorgelagert und in zwei Teile aufgeteilt und wird von einem kleinen Wachturm beschützt. Der Innenraum der Kirche beeindruckt durch seine Größe und das gotische Netzgewölbe auf den teilweise spiralförmig gemauerten Pfeilerpaaren sowie durch die hervorragende Bauplastik.

Ort

Die Kirchenburg in Meschen beherbergt eines der größten Gotteshäuser des Gebietes an der Kokel (Târnava) und ist gleichzeitig eines der Schönsten Siebenbürgens. Die Burg beeindruckt vor allem durch die imposante Gestalt und den Detailreichtum im Inneren. Mit dem Betreten des Gebäudes verlässt man die profane Existenz und begegnet einer sakralen Welt, einer Welt, die reich geschmückt ist mit Kunst, Geschichte und Spiritualität. Die Bauplastik ist einmalig und besonders wertvoll. Das Sakristei-Portal ist verziert mit einem Kielbogen und einer aufgespalteten Kreuzblume. Über ihr befindet sich die Statue Christi mit einem Baldachin darüber, der Erzengel Michael thront auf dem Schalldeckel der Kanzel. Mit rund zehn Metern Höhe und sorgfältig gemeisterter spätgotischer Steindekoration ist das Sakramentshaus besonders bewundernswert.

Neben diesen kulturellen Schätzen war Meschen auch die Heimat von Stephan Ludwig Roth (1796-1849), der als Pfarrer, Pädagoge und Vorkämpfer der Menschenrechte hier seine Wirkungsstätte hatte.