Neppendorf / Turnişor

Die Ende des 12. Jh. errichtete romanische Basilika von Neppendorf fällt durch ihren massiven, im Chorquadrat gelegenen Turm auf, dessen Mauern in den vier Ecken bis zu drei Meter dick sind. Es wird angenommen, dass der Turm älter ist als die Kirche. Diese wurde an der Westseite erweitert und erhielt so die auch heute noch erkennbare Form eines lateinischen Kreuzes. Wegen der unruhigen Zeiten im Mittelalter wurde die Anlage schon von Anfang an mit einem Bering versehen, von dem heute allerdings nur noch wenige Fragmente vorhanden sind. Im Jahre 1781 erfolgte der Einbau einer hölzernen Turmuhr, die 1862 durch eine eiserne Uhr ersetzt wurde. Die Innenausstattung der Kirche ist dem Barock zuzuordnen, der Altar wird auf das Jahr 1759 datiert und die Kanzel auf 1782. Die große und die mittlere Glocke wurden 1922 von einer Werkstatt aus Hermannstadt (Sibiu) gegossen.

Ort

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Neppendorf 1327. Der Ort ist aber wesentlich älter, denn die Kirche entstand bereits Ende des 12. Jh.: Sie zählt damit zu den ältesten Siebenbürgens. Bis heute haben sich Elemente aus der romanischen Stilepoche an dem Bauwerk erhalten.

Infolge von Kriegen und Pestepidemien wurde die Bevölkerung des Dorfes in der ersten Hälfte des 18. Jh. stark dezimiert. Um die Bevölkerungszahlen auszugleichen, wurden in Neppendorf, wie auch in anderen Dörfern der Umgebung, ab 1734 aus dem Salzkammergut vertriebene Protestanten angesiedelt. Die Nachfahren dieser sogenannten Landler konnten bis in die jüngste Vergangenheit hinein sowohl ihre kulturelle Identität als auch eine eigene Mundart wahren, weshalb Neppendorf zu den drei Landlerdörfern Siebenbürgens zählt. Genau genommen ist der Ort aber gar kein Dorf mehr, da er längst nach Hermannstadt (Sibiu) eingemeindet worden ist.

Unmittelbar neben der evangelischen Kirche betreibt die Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS) seit 2001 ein Tagungs- und Begegnungszentrum, in dem auch Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.