Schäßburg / Sighişoara

Die Bergkirche entstand als romanische dreischiffige Basilika aus der Kapelle einer frühen Szekler- oder Gräfenburg des 12. Jh. Sie erhielt einen westlichen Glockenturm, der bei dem gotischen Umbau ab dem 14. Jh. in die neue Hallenkirche integriert wurde. Schon seit der Reformation wurde die Kirche nicht mehr für Gemeindegottesdienste, sondern als Kirche für das deutsche Gymnasium genutzt. Das gotische Gewölbe des Chores wurde Ende des 19. Jh. durch ein hölzernes ersetzt. Im Innenraum haben sich mittelalterliche Fresken erhalten, die im Zuge der von der Messerschmitt-Stiftung finanzierten Restaurierung 1995 freigelegt wurden. In der heute als Museum genutzten Kirche finden sich aus dem ursprünglichen Bestand wertvolle Renaissance-Grabsteine, das Sakramentshäuschen und ein spätgotisches Chorgestühl. Dazu werden hier bedeutende Altäre aus aufgegebenen oder gefährdeten Dorfkirchen sowie eine Sammlung von Vorratstruhen aus dem 16. bis 18. Jh. präsentiert.

Die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche wurde nach 1555 zur Pfarrkirche der Stadtgemeinde. In die dazugehörenden Konventsgebäude wurde gleichzeitig der Rat der Stadt verlegt. Diese Gebäude wurden im 19. Jh. durch die ungarische Verwaltung abgetragen. Die turmlose gotische Hallenkirche entstand aus einer erstmals 1298 erwähnten romanischen Basilika. An das vierjochige Langhaus schließt sich der schmalere lang gezogene Chor mit seinem originalen gotischen Gewölbe an. Durch die in den Seitenschiffen eingebauten Emporen wirkt der Innenraum heute beengt. Von der Innenausstattung sind das bronzene Taufbecken von 1440 und der 1680 entstandene prächtige Barockaltar besonders bemerkenswert. An den Wänden und Emporen ist ferner eine Sammlung von kostbaren anatolischen Teppichen des 17. und 18. Jh. zu sehen.

Ort

Schäßburg – das „Juwel Siebenbürgens“ – ist als mittelalterliche, noch vollständig bewohnte Burgstadt einmalig in Europa. Das historische Zentrum wurde daher 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Ursprünglich verfügte die gewaltige Festung über 14 Türme und fünf Basteien. Heute sind noch neun dieser Wehrtürme erhalten. Sie tragen die Namen der Zünfte, von denen sie einst erbaut wurden.

Jedes Jahr im Juli findet vor dieser Kulisse das Mittelalterfestival statt.

Ein besonderes Flair bieten die historischen Häuser der Innenstadt wie das „Venezianische Haus“ oder das „Haus mit dem Hirschgeweih“ sowie die acht Kirchen. Eine von ihnen, die 1298 erstmals erwähnte Klosterkirche, gehörte einst dem Dominikanerorden. Sie war mit dem Kloster durch einen Kreuzgang verbunden. Nach 1550 wurde das Kloster zum Sitz des Rathauses. Es heißt, dass in der Klosterkirche auf dem Abendmahlsbild des Altars die Jünger die Gesichtszüge der damaligen Ratsmitglieder und des Stadtpfarrers tragen, was die wichtige Rolle der Kirche für das religiöse und gesellschaftliche Leben der Gemeinde unterstreicht.