Scharosch (Kokel) / Şaroş pe Târnave

Im 14. Jh. gab es in Scharosch wahrscheinlich eine starke Gemeinde, denn diese war in der Lage, eine mächtige gotische dreischiffige Basilika zu errichten. Die Basilika blieb zunächst turmlos. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgebaut, zu Verteidigungszwecken befestigt und wegen der wachsenden Gemeinde vergrößert: Die Seitenschiffe wurden abgetragen, das Hauptschiff und wahrscheinlich auch der Chor wurden befestigt und an der Westseite der Kirche entstand im 16. Jh. der Glockenturm, der mit einem von Holzkonsolen getragenen Wehrgang ausgerüstet war. Die Kirchenburg weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt (Sibiu) auf, sowohl in den konstruktiven Lösungen als auch in den architektonischen Details. Interessant ist die sogenannte „runde Bastei“, die auf den Resten einer romanischen Kapelle errichtet wurde.

Ort

Egal, von wo man sich Scharosch nähert, aus allen Himmelsrichtungen ist zunächst der Friedhof sichtbar, ein bedrückendes Sinnbild der menschlichen Vergänglichkeit und des seelischen Leids. Sobald man jedoch im Dorf ist, verschwindet der Ort der letzten Ruhe aus dem Blickfeld und wird durch ein anderes, imposantes Symbol verdrängt: die Kirchenburg. Als Wahrzeichen des Glaubens ist die Kirche mächtiger als der Friedhof, denn dieser erinnert zwar an den Tod, doch das Gotteshaus bringt das strahlende Bild des ewigen Lebens hervor. Die Kirche wurde im Namen des Glaubens prachtvoll gestaltet: Das Hauptportal wird von verzierten Pilastern flankiert, die die Last der Zeit würdevoll tragen. In der Mitte des 1774 errichteten Altars befindet sich eine aus Holz geschnitzte Statue des Gekreuzigten mit bemaltem Hintergrund. Links und rechts stehen schützend zwei meisterhaft angefertigte Holzfiguren in Lebensgröße. Es handelt sich hierbei um Moses und Aaron.