Wurmloch / Valea Viilor

Anstelle des im 14. Jh. errichteten Vorgängerbaus wurde in Wurmloch im 15. Jh. eine neue Kirche gebaut. Um das Jahr 1500 wurde diese wehrhaft umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen. Der Chor wurde zum Turm erweitert und mit drei Wehrgeschossen aus Backstein und 1,50 Meter dicken Mauern versehen. Das vierte auskragende Geschoss des Chores ruht auf Segmentbögen zwischen den Strebepfeilern. Es ist mit einer Fachwerkbrüstung und einem offenen Wehrgang ausgestattet. Über das Schiff wurde ein Wehrgeschoss gebaut und Nord- sowie Südeingang wurden mit Wehrsystemen ausgestattet. Der Glockenturm wirkt dank seiner zahlreichen und mannigfaltigen Wehrsysteme sehr beeindruckend. Um die Anlage entstand ein Bering mit Wehrgang auf Ziegelbögen. Hinzu kommen zwei Basteien und ein Turm sowie ein Torturm mit Fallgatter. Im Innenraum ist das Gestühl von 1528 erhalten geblieben, das in der Überganszeit zwischen Gotik und Renaissance gebaut wurde. Die 1779 entstandenen Altarbilder sind das Werk Stephan Folbarths aus Schäßburg (Sighişoara).

Ort

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Der Ortsname „Wurmloch“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und setzt sich zusammen aus den Wörtern „Urm“ (Schlange) und „Loh“ (Wald). Folglich kann der Ortsname als „Schlangenwald“ gedeutet werden. Warum das Dorf diesen eigentümlichen Namen trägt, bleibt ein Geheimnis. Gewiss ist aber, dass Wurmloch sich mit einer der prachtvollsten und den Ausmaßen nach mächtigsten Kirchenburgen rühmen kann.
Aufgrund des hohen architektonischen Wertes und der nahezu vollständig erhalten gebliebenen Wehranlage wurde das Bauwerk 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Beim Anblick der Anlage kann man als Besucher darüber ins Staunen geraten, wie die Bewohner Wurmlochs einst imstande waren, diese zu errichten. Der Kunsthistoriker George Oprescu bewunderte die Freiheitsliebe und das Kunstgefühl der Menschen, die dieses Monument in Siebenbürgen errichtet haben: „Es waren keine Könige, Adlige oder Experten, die die Kirchenburgen errichteten und gestalteten, sondern einfache Dorfbewohner, die durch dieses Bauwerk ihr Überleben in einer düsteren Ära sicherten.“