{"id":18213,"date":"2023-06-23T08:05:13","date_gmt":"2023-06-23T08:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchenburgen.org\/gehen-die-uhren-in-siebenbuergen-anders\/"},"modified":"2023-06-23T08:05:13","modified_gmt":"2023-06-23T08:05:13","slug":"gehen-die-uhren-in-siebenbuergen-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kirchenburgen.org\/ro\/gehen-die-uhren-in-siebenbuergen-anders\/","title":{"rendered":"Gehen die Uhren in Siebenb\u00fcrgen anders?"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201cNein, nicht direkt,\u201d erkl\u00e4rt Philipp Harfmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stiftung Kirchenburgen: \u201cAber es gibt in Siebenb\u00fcrgen besondere Herausforderungen, denen man sich stellen muss, um zu verhindern, dass sie auf Dauer gar nicht mehr gehen.\u201d Mit der L\u00f6sung dieser Aufgabe befasst sich seit vergangenem Jahr ein Experte aus der Bundesrepublik Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Uhrmachermeister aus Heidelberg, dem siebenb\u00fcrgische Kirchturmuhren seit \u00fcber zwanzig Jahren vertraut sind, k\u00fcmmert sich seit dem Jahr 2022 im Auftrag der Stiftung Kirchenburgen um einzelne, besonders interessante Exemplare. Zuletzt standen Holzmengen, Kleinschenk, Leschkirch, Trappold und vor allem Scharosch bei Fogarasch auf der Auftragsliste des Fachmannes.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18202\" aria-describedby=\"caption-attachment-18202\" style=\"width: 396px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/holzmengen2023_uhrwerk3_klein-300x200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18202 \" src=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/holzmengen2023_uhrwerk3_klein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/holzmengen2023_uhrwerk3_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/holzmengen2023_uhrwerk3_klein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/holzmengen2023_uhrwerk3_klein.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 396px) 100vw, 396px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18202\" class=\"wp-caption-text\">Uhrwerk in Holzmengen<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Uhr-Ahnen<\/strong><\/p>\n<p>Weil die wenigsten der in Siebenb\u00fcrgen installierten Uhrwerke datiert sind, kann das Baujahr meist nur gesch\u00e4tzt werden. Anhand der Technik und der Herstellungsmethode ist es allerdings m\u00f6glich, das Alter ungef\u00e4hr zu bestimmen. Scharosch bei Fogarsch ist eine Ausnahme. Komponenten der Apparatur sind mit der Signatur \u201cCarl Devai in Sch\u00e4\u00dfburg\u201d und mit der Jahreszahl \u201c1843\u201d versehen. Nach einer dreiw\u00f6chigen fachgerechten Intervention ist die Uhr der Jakobuskirche nun wieder in Schuss. Zuletzt war die Uhr vor vierzig Jahren repariert worden.<\/p>\n<p>Eine besonders alte Uhr konnte der Heidelberger Uhrmacher etwa in Holzmengen (um 1700) identifizieren. Die Uhren der Kirchenburgenlandschaft zeichnen sich durch einen eigenen Stil aus, der sich von jenen in westlicheren Gegenden Europas unterscheidet. So waren zum Beispiel handgeschmiedete Uhrwerke Mitte des 19. Jahrhunderts hierzulande noch \u00fcblich, w\u00e4hrend in den meisten Gegenden Westeuropas bereits industriell gefertigte Uhren eingebaut wurden.<\/p>\n<p><strong>Wer hat an der Uhr gedreht?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_18205\" aria-describedby=\"caption-attachment-18205\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/leschkirch1_turm_klein-200x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18205 size-medium\" src=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/leschkirch1_turm_klein-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/leschkirch1_turm_klein-200x300.jpg 200w, https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/leschkirch1_turm_klein-683x1024.jpg 683w, https:\/\/kirchenburgen.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/leschkirch1_turm_klein.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18205\" class=\"wp-caption-text\">Kirchturmuhr in Leschkirch<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den meisten Gemeinden besteht das Problem, dass niemand gefunden oder auch gesucht wurde, der sich um die regelm\u00e4\u00dfige Wartung k\u00fcmmert. Automatisierungsl\u00f6sungen scheinen naheliegend zu sein, doch bringen diese wiederum neue Probleme mit sich: Einerseits stellt sich die Frage, ob man den alten, meist handgeschmiedeten Mechanismus wirklich zugunsten einer modernen L\u00f6sung beeintr\u00e4chtigen m\u00f6chte. Um den Respekt vor der originalen Substanz zu wahren, gibt es zwar reversible Modelle, doch diese sind in aller Regel besonders teuer. Selbst wenn man bereit ist, viel Geld in eine Automatisierung zu investieren, muss die Uhr &#8211; samt motorisierter Erweiterung &#8211; dann trotzdem regelm\u00e4\u00dfig gewartet werden.<\/p>\n<p>In Leschkirch wurde das Problem perfekt gel\u00f6st: Die Pfadfindergruppe, die im dortigen Pfarrhaus das <em>Nocrich-Scout-Center<\/em> betreibt, k\u00fcmmert sich regelm\u00e4\u00dfig um die aus dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert stammende Uhr, die aus der Werkstatt des Th\u00fcringer Uhrmachers Johann Ignaz Fuchs stammt und als sehr selten gilt. Dies ist ganz im Sinn des 2022 von der Stiftung Kirchenburgen gestarteten Uhrenprogrammes, erkl\u00e4rt Philipp Harfmann: \u201cDie Uhr am evangelischen Kirchturm ist in den meisten D\u00f6rfern genau jenes Element, das die heutige Mehrheitsbev\u00f6lkerung im Dorf mit der Kirchenburg verbindet. Wer sieht nicht ab und zu auf die Uhr? &#8211; Wo immer es uns m\u00f6glich ist, wollen wir die Uhr nun zun\u00e4chst reparieren und gangbar machen, um sie dann anschlie\u00dfend f\u00fcr m\u00f6glichst viele Jahre in Betrieb zu halten. Dieses neue Programm der Stiftung wurde in der Anfangsphase aus Mitteln der Beauftragten der deutschen Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien (BKM) finanziert. Ab sofort werden wir mit Spenden weiterarbeiten.\u201d<\/p>\n<p>Wer mithelfen m\u00f6chte, dass die Uhren in der Kirchenburgenlandschaft k\u00fcnftig nicht mehr nur z\u00f6gernd schlagen, kann \u00fcber eine <a href=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/mitmachen\/spenden\/\">Spende<\/a> f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/kirchenburgen.org\/unserearbeit\/bau-und-denkmalpflege\/uhrenprogramm\/\">Uhrenprogramm<\/a> dazu beitragen.<\/p>\n<p><em>Text und Bilder: Stefan Bichler<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cNein, nicht direkt,\u201d erkl\u00e4rt Philipp Harfmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stiftung Kirchenburgen: \u201cAber es gibt in Siebenb\u00fcrgen besondere Herausforderungen, denen man sich stellen muss, um zu verhindern, dass sie auf Dauer gar nicht mehr gehen.\u201d Mit der L\u00f6sung dieser Aufgabe befasst sich seit vergangenem Jahr ein Experte aus der Bundesrepublik Deutschland. 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