Zufriedene Bilanz und hoffnungsvoller Ausblick

Ein neues Jahr hat begonnen, auch für die Stiftung Kirchenburgen. Zu den alten Herausforderungen, denen das Team mit der gewohnten Leidenschaft begegnen wird, stoßen aber auch neue Perspektiven und optimistischer Tatendrang. Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt aber leider weiterhin die Entwicklung der Corona-Pandemie.

Den Abschluss des alten Jahres bildet für die Stiftung Kirchenburgen traditioneller Weise der Weihnachtsmarkt in Holzmengen. Noch nie kamen so vielen Gäste zu der Veranstaltung wie 2021. Gemeinsam mit den Sponsoren und Partnern zieht Organisatorin Ruth István zufrieden Bilanz: “Nach der Coronapause im Jahr 2020 haben wir uns diesmal dafür entschieden, den MWeihnachtsmarkt Holzmengen 2021arkt unter Berücksichtigung der 3-G-Regeln durchzuführen, damit jeder die Möglichkeit hat, teilzunehmen. Der enorme Zuspruch unter den Besuchern ist die schönste Belohnung.”

Auch für das Bau-Team der Stiftung fällt der Rückblick positiv aus: Reparaturarbeiten in Großlasseln, Schlatt und Schmiegen im Rahmen des Dächerprogrammes wurden erfolgreich abgeschlossen. Ebenso positiv verliefen die Notintervenionen in Braller, Maniersch und Tarteln. Neue Wege der Denkmalpflege wurden mit den Freiwilligen des Vereines “European Heritage Volunteers” in Holzmengen und Hundertbücheln beschritten. Auf der Basis dieser guten Erfahrung wird künftig eine alljährliche Zusammenarbeit mit dieser Partnerorganisation angestrebt.

Projekte in allen Bezirken

Für das Jahr 2022 stehen Aktivitäten in Gemeinden aller fünf Kirchenbezirke auf der Agenda: In Braller wird das historische Fruchthaus im Südosten der Kirchenburg ab dem Frühjahr einer kompletten Dachinstandsetzung unterzogen. Bereits im November 2019 war das Speichergebäude im Hinblick auf diese Eingriffe vorbereitend inspiziert worden. Eine Dachsanierung steht auch am Kirchengebäude von Irmesch auf dem Programm. Dort soll zusätzlich ein System zur Wasserableitung künftigen Schäden an der Bausubstanz vorbeugen. In Scharosch bei Fogarasch werden die sanierten Stützpfeiler abgedeckt. Für die Dacharbeiten in Martinsdorf haben die konkreten Planungen bereits begonnen. Weitere Maßnahmen im Dächerprogramm der Stiftung Kirchenburgen sind 2022 auch in Bußd bei Mühlbach und in Weingartskirchen geplant.

Besonders interessant versprechen die Arbeiten an der Kirchenburg von Langenthal zu werden: Um die wertvolle Kassettendecke künftig besser zu schützen, wird ein Dachboden in den Dachstuhl eingebaut, der zusätzlichen Schutz vor allfällig eindringendem Wasser bieten wird. “Außerdem”, so Denkmalschutzbeauftragter Sebastian Bethge, “wird diese Konstruktion künftig zur regelmäßigen Wartung des Daches benutzt. So ist es zum Beispiel deutlich einfacher, nach einem starken Sturm beschädigte oder abgefallene Ziegel zu ersetzen.”

Langenthal / Valea Lunga

Urlaub in der Kirchenburg

Ein neues Terrain möchte die Stiftung im Bereich Nutzungserweiterung erschließen. In Henndorf, Hundertbücheln und Kirtsch werden 2022 die nötigen Schritte zur Finalisierung eines Beherbergungsprojektes der besonderen Art erfolgen: Schon seit 2019 bereitet sich die Stiftung Kirchenburgen darauf vor, in Nebengebäuden der Kirchen in den drei erwähnten Gemeinden exklusive Unterkunftsplätze für Besucher zu schaffen.

Um den Aufenthalt in den Kirchenburgen auch für die jüngsten Gäste spannend zu gestalten, werden es in diesem Jahr Quizheftchen in rumänischer Sprache herausgeben. Die Präsentation dieser informativen und unterhaltsamen Broschüren für ausgewählte Kirchen, die erfahrungsgemäß von besonders vielen Besuchern frequentiert werden, soll in der Kirchenburg von Großau stattfinden.

Wie stark die Zahl der Reisenden und Fachtouristen in diesem Jahr steigen wird, hängt natürlich in erster Linie vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab. Jedenfalls wird die Kirchenburgenlandschaft sich auch 2022 wieder von ihrer gastfreundlichsten Seite zeigen.

Text und Fotos: Stefan Bichler