Perle des 18. Jahrhunderts gemeinsam retten

Die Orgel der evangelischen Kirche aus Tobsdorf (Kirchenbezirk Mediasch) wurde im Herbst 2020 demontiert und in die Mediascher Margarethenkirche überführt. Dies war notwendig geworden, um einem weiteren Verfall, insbesondere durch Feuchtigkeit und Wurmfraß, vorzubeugen. – Nun kann über die Spendenkonten der Stiftung Kirchenburgen ein Beitrag zu ihrer Restaurierung geleistet werden.klein_tobsdorf2020_orgel3

Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts war in Europa musikalisch die große, glorreiche Schlussphase des Barock. Bedeutende, klingende Namen wie Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friederich Händel, Antonio Vivaldi, Claudio Monteverdi oder Tomaso Albinoni waren prägende Gestalten. Auch das Fürstentum Siebenbürgen, dessen Zugehörigkeit zu Österreich kurz zuvor besiegelt worden war, erlebte damals eine barocke Blütezeit. Im Jahr 1731, ein Jahr vor der Geburt Joseph Haydns, errichtete Orgelbauer Georg Wachsmann in der Bischofskirche von Birthälm eine Orgel, die bis in die Gegenwart erhalten geblieben ist. Jedoch erfreute das Instrument nur etwa sechzig Jahre lang die Birthälmer Gemeinde, denn ab 1794 stand die Wachsmannorgel in der kleinen Gemeinde Tobsdorf.

In Tobsdorf wurde die Wachsmannorgel über zweihundert Jahre regelmäßig bespielt und im 20. Jahrhundert schließlich von der siebenbürgisch-sächsischen Orgelbauerdynastie Einschenk aus Kronstadt umgebaut bzw. repariert. Als ab den 1990er-Jahren die Gottesdienste immer seltener wurden, begann der Holzwurm sich in den reichen barocken Ornamenten immer wohler zu fühlen, bis das Instrument schließlich nur noch eingeschränkt benutzbar war.

Rettung auf den letzten hundert Metern

Im Herbst vergangenen Jahres wurde das Prachtstück aus der evangelischen Kirche in Tobsdorf nach Mediasch, auf die Schneiderempore der Margarethenkirche, überstellt. Das Barockinstrument mit seinen bemerkenswert vielfältigen Ornamenten folgt damit dem Altar, dem Chorgestühl und dem Taufstein, die sich bereits in Mediasch in Sicherheit befinden. Jürg Leutert, Landeskirchlicher Musikwart der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR), schildert: „Die Arbeiten wurden durch die Firma COT Hărman bewerkstelligt. Nachdem das Instrument nun in Mediasch ist, soll die Orgel – finanziert durch Spendengelder – restauriert und wieder spielbar gemacht werden.“

Dazu hat der Orgelausschuss der EKR auch einen kurzen Film auf seinem YouTube-Kanal (Organs in Transylvania) veröffentlicht.

Über die Spendenkonten der Stiftung Kirchenburgen haben nun alle kunsthistorisch Interessierten und Freundinnen und Freunde der siebenbürgischen Kirchenmusik die Möglichkeit, die Orgel von Tobsdorf wieder in den ihr gebührenden Zustand zu bringen und eines Tages auch wieder erklingen lassen.

Aus Rumänien: Konto in der Währung Lei
Kontoinhaber: Fundatia Biserici Fortificate
IBAN: RO 02 BTRL RONC RT03 1735 8401
BIC: BTRL RO22

Aus Deutschland: Konto des Fördervereins der Stiftung Kirchenburgen
Kontoinhaber: Förderverein Kirchenburgen e.V.
IBAN: DE 37 3506 0190 1566 3690 16
BIC: GENO DED1 DKD

Bitte geben Sie den Verwendungszweck „Orgel Tobsdorf / Orga Dupuș” an.

Allen Geberinnen und Geber können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden, die deutsche und rumänische Finanzämter anerkennen. Geben Sie dafür bitte Ihre Kontaktdaten an – entweder im Verwendungszweck der Überweisung oder per E-Mail an die Stiftung Kirchenburgen (office@kirchenburgen.org).