Hundertbücheln / Movile

Auf einem Hügel im Zentrum des Dorfes Hundertbücheln steht eine mächtige Kirchenburg, mit deren Errichtung in der Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen wurde. Vom ursprünglich romanischen Bauwerk sind heute noch der Westturm sowie einzelne Mauern des Kirchenschiffes erhalten. Um 1500 erfolgte der Umbau zur Wehrkirche mit spätgotischen Stilelementen. Die Anlage wurde mit zwei Ringmauern umgeben, die zusätzlich mit mehreren Wehrtürmen gesichert waren. Im 19. Jahrhundert erfolgte, auch auf Grund der stark gewachsenen Gemeinde, die Erweiterung des Innenraumes der Kirche um eine dreiseitige Empore.

Ort

Das „Dorf der hundert Hügel“ (Bücheln) wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts von Siebenbürger Sachsen dort erbaut, wo ihnen die Natur eine außergewöhnliche Landschaft bot. Einer Legende zufolge waren Riesen an der Entstehung des Ortes beteiligt: Vor langer Zeit spielte in der Gegend des heutigen Ortes ein Riese, dessen mit Sand gefüllte Schürze ein Loch hatte. An den Stellen, an denen er stehen blieb, entstanden die vielen Bücheln, die dem Dorf seinen Namen gaben. In der Kirche wurde während einer Renovierung ein Altarbild wiederentdeckt, eine der wertvollsten Darstellungen der Antoniuslegende in Europa. Die Tafel aus dem 16. Jahrhundert stellt die Heiligen Paulus und Antonius dar, die in ein intensives Gespräch vertieft sind. Sie ist inzwischen im Landeskirchlichen Museum der Evangelischen Kirche in Hermannstadt ausgestellt.

Aktivitäten

Seit 2008 ist die HOG Hundertbücheln vor Ort aktiv. Durch Ihr Engagement konnte das Evangelische Pfarrhaus instand gesetzt und Teile der Kirchenburg repariert werden.

2015 wurde eine engagierte Gruppe internationaler Landschaftsplaner und –architekten auf die Kirchenburg, das Dorf und die Landschaft aufmerksam.  Noch im selben Jahr gründeten sie den deutschen Verein Churchfortress e.V. Friends of Hundertbücheln – Movile. Zusammen mit der HOG Hundertbücheln wollen sie das sächsische architektonische Erbe vor dem Verfall retten und die Kirchenburg neu beleben. Churchfortress e.V. arbeitet auch im Natur- und Kulturlandschaftsschutz und möchte insbesondere die Freiraumplanung in Rumänien verbessern.

Die Stiftung Kirchenburgen unterstützt beide Vereine. Gemeinsam soll dem akuten Verfall dieser historisch besonders bedeutenden Kirchenburganlage entgegen gewirkt werden. Im Herbst 2015 wurde ein Kurzgutachten erstellt und erste kleinere Notreparaturen durchgeführt.

Das ehemalige Lehrerhaus gegenüber der Kirchenburg wird von Churchfortress e.V. in den nächsten Jahren restauriert und soll als Projektzentrum dienen. 2015 wurde mit der Dachrestaurierung begonnen. Hier ist die Stiftung Kirchenburgen beratend und planend aktiv. Im Juli 2016 wird es eine Fortsetzung geben, wobei u.a. eine Fortbildung im Zimmereihandwerk angeboten wird.

Die HOG Hundertbücheln konnte neben der Finanzierung der Reparaturen am Nordturm 2015 auch kleinere Reparaturarbeiten am Gemeindehaus durchführen.

Zu unserer großen Freude konnten wir Hundertbücheln in ein 2-jähriges Restaurationsprojekt des Amerikanischen „Ambassadors Fund for Cultural Preservation“ (AFCP) integrieren. Der AFCP unterstützt bei der Erhaltung kultureller und historischer Monumente, wie es die Kirchenburgen sind. Die aktive Phase des Projektes beginnt 2017 und wir werden über Entwicklungen hier auf unserer Seite berichten.

Unsere Partner   

HOG Hundertbücheln, Hermann Ongert – www.hundertbuecheln.de

Churchfortress e.V. Friends of Hundertbücheln – Movile – www.churchfortress.org

Ambassadors Fund for Cultural Preservation (AFCP)