magarei

Magarei / Pelişor

Die kleine turmlose Saalkirche von Magarei entstand im 15. Jh. und hat bis heute fast unverändert überdauert. Lediglich der Saal erhielt im 19. Jh. eine flache stuckierte Decke. Um 1500 entstand der polygonale Bering mit ursprünglich vier Wehrtürmen, von denen lediglich der imposante Torturm mit seinem Wehrgang erhalten geblieben ist. Auf der Westseite zum Berghang hin wurde der Bering um 1600 mit einer weiteren Mauer verstärkt, die einen Zwinger einschloss. Sie ist mit einer Reihe Wehranlagen wie Pechnasen, Guss- und Schießscharten ausgerüstet und ist immer noch mehr als 10 Meter hoch.

Der Innenraum der Kirche wird durch den raumgreifenden klassizistischen Altar in weiß-goldener Farbgebung dominiert, der 1832 geweiht wurde. Die spätbarocke Orgel dagegen wurde nach der Restaurierung in der evangelischen Kirche in Bukarest aufgestellt.

Ort

Magarei wurde erstmals Mitte des 14. Jh. urkundlich erwähnt. Die Entwicklung des Dorfes verlief seitdem geruhsamer als in vielen Orten der Umgebung. Dies lag auch an der geringen Bevölkerungszahl: Zu Beginn des 16. Jh. zählte man nur etwa 50 Landwirte.

Oft kam es zu Streitigkeiten mit dem nahegelegenen Birthälm (Biertan) – ein Ort, der schneller wuchs und deutlich größer war. Bis ins 19. Jh. beanspruchte Birthälm immer wieder einzelne Flächen.

1676 wurde den Bewohnern von Magarei von der Sächsischen Nationsuniversität, dem Selbstverwaltungsorgan der Sachsen in Siebenbürgen, verboten, ihr Dorf zu verlassen, wenn sie nicht ihre gesamten Güter aufgaben. Ziel war es wohl, die Abwanderung in umliegende Orte zu stoppen. Dennoch wurden knapp 20 Jahre später 15 ungenutzte Höfe in Magarei gezählt. Ende des 18. Jh. zerstörte ein Großbrand einen Teil des Dorfes, das zu dieser Zeit noch größtenteils aus Holzhäusern bestand.

Bis heute ist Magarei mit knapp 500 Einwohnern ein beschaulicher Ort. In seiner Mitte steht eine Kirchenburg, deren Ringmauer einen guten Eindruck mittelalterlicher Wehrarchitektur vermittelt.

Aktivitäten

In Magarei gibt es nur noch wenige evangelische Gemeindemitglieder, die die Kirchenburg mit eigenem Einsatz nicht mehr erhalten können. Eine minimale Pflege und Wartung ist seit Jahren nicht mehr gewährleistet. Vandalismus, Diebstahl und Löcher in den Dächern schädigen die Gebäude massiv.  Der hölzerne Treppenaufbau zum Torturm ist eingestürzt.

Durch die akute Bedrohung der Kirchenburg wurden 2016 erste kleine Sicherungsarbeiten durchgeführt und ein Spendenaufruf ins Leben rufen.  Ab Mai 2017 beginnen weitere Sicherungs- und Notmaßnahmen. Ein Kurzgutachten soll erstellt werden.

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