Fokus Marpod – Versteckter Schatz im Harbachtal

Marpod IsometrieDie Kirchenburg von Marpod liegt nordöstlich von Hermannstadt – im Harbachtal lugt sie zaghaft und gut versteckt hinter Bäumen und Gestrüpp hervor. Die romanische Basilika, von der nur noch vereinzelte Elemente im heutigen Bau enthalten sind, geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Um 1500 entstand dann die Kirchenburg. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie Ende des 18. Jahrhunderts. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte es Sicherungsarbeiten unter Verwendung von Beton gegeben. Nun soll wieder etwas für die Burg getan werden – diesmal aber ohne Beton und im Sinne einer erhaltenden Denkmalpflege.

 

Derzeit bemühen sich die Stiftung Kirchenburgen und die Heimatortgemeinschaft (HOG) Marpod um erste Arbeiten. Zwischen dem Beauftragten für Denkmalschutz der Stiftung, Sebastian Bethge; dem HOG-Vorsitzenden Michael Robert Gabel und dem Kurator von Marpod, Wilhelm Schneider, haben im vergangenen Jahr bereits zwei Treffen stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Treffen und künftige Untersuchungen sollen in eine erste Bestandsaufnahme fließen. Sichtbar ist aber bereits: Die Burg ist in keinem guten Zustand, Pflanzen und Bäume umwuchern die Mauern, das Gelände ist verwildert, das Dach hat kleine Löcher. Derzeit erstellt Bethge einen Baubericht, der im Frühjahr vorliegen soll und auf dessen Grundlage eine erste Pflegemaßnahme an der Burg vorgenommen werden wird. Diese Pflegemaßnahme ist neben Schritt zwei, der Notmaßnahme, und Schritt drei, dem Bauprojekt, der erste Schritt, den die Stiftung Kirchenburgen unternimmt, um eine Burg zukünftig zu erhalten. Erste Schritte zum Vorhaben der Pflegemaßnahme können im Fall Marpod durch die angedachte Summe, die vor allem durch die HOG bereitgestellt wird, umgesetzt werden. Sobald der Baubericht fertig ist, ist ein Spendenaufruf für weitere Maßnahmen möglich.

 

Marpod Außen

 

Neben diesem ersten Schritt, der auch Aufräumarbeiten einschließt, müssten im Folgenden die Mauerrisse an der Burg untersucht werden. Weitere Schritte zur Instandsetzung sollen folgen. Die halb abgetragene Ringmauer ist noch gut erhalten, der Turm im Südosten ist jedoch vor 10 Jahren eingestürzt. Ein Kleinod dieser Burg ist das vollständig erhaltene zweistöckige Burghüter-Häuschen, das zukünftig auch für touristische Zwecke genutzt werden könnte.

 

 

In unmittelbarer Nähe zwischen Marpod und Kirchberg liegt zudem ein weiterer touristischer Anziehungspunkt: In Ilimbav/Eulenbach befindet sich eine Biofarm, auf der die seltene Sorte der Mangalitza-Schweine gehalten wird. Die Schweinesorte wird seit etwa 150 Jahren in Siebenbürgen gezüchtet. Die Fleischerzeugnisse dieser Sorte sollen besonders reich an Omega- 3-Fettsäuren sein. Die Biofarm bietet regelmäßig Verköstigungen ihrer Produkte an. Wer sich also zu einem Besuch der Marpoder Kirchenburg aufmacht, kann nach den eingeschlagenen historischen Pfaden auf den kulinarischen Pfaden Siebenbürgens weiterwandeln.

 

Zur Besichtigung der Kirchenburg können Besucher sich an Herrn Schneider, Haus Nr. 14, unter der Telefonnummer +40 269 584 169 wenden.

Text: Aurelia Brecht
Fotos: Stefan Bichler
Isometrien: Hermann Fabini